Vorschau-Version für die Abstimmung, noch nicht öffentlich.

Autor › Vorfahren

Richard Schmidt

Großvater von Dr. Siegfried W. Schmidt

rs

rs grab

Mein Großvater Eduard Karl Richard Schmidt (alias: Rich. Schmidt) wurde am 05. Oktober 1871 in Wolmirsleben bei Magdeburg geboren. Sein Vater, von Beruf Zuckersiedemeister, war Betriebsleiter der örtlichen Zuckerfabrik.

Schon früh ergriff Rich. Schmidt den Beruf des Volksschullehrers. Stationen seines Wirkens waren die Dörfer Schöppenstedt, Kneitlingen und Sampleben am Südrand des Elm. (Der Elm ist ein großer Buchenwald im Osten der Stadt Braunschweig. Das Dorf Kneitlingen gilt als der Geburtsort von Till Eulenspiegel.) In Schöppenstedt lernte er auch seine spätere Ehefrau Hedwig, die Tochter des Kantors Hauer kennen. Das Foto (Abb.1) aus dem Jahre 1907 zeigt Rich. Schmidt im Kreise seiner Familie.

In seiner Freizeit widmete sich mein Großvater der Heimatforschung. Im Mittelpunkt seines Interesses stand der Elm mit seinen geologischen Besonderheiten und seiner wechselvollen Geschichte. Die Vielzahl seiner Veröffentlichungen läßt sich heute nur schwer recherchieren. Vermutlich die erste Veröffentlichung war die Herausgabe des Büchleins "Der Elm" von seinem Namensvetter J. H. Chr. Schmidt aus Lucklum am Elm. Dies Büchlein beschreibt den Elm mit seiner Flora und Fauna auf einfühlsame Art und Weise. Es erschien in zwei Auflagen. Sehr bekannt war der "Illustrierter Elmführer", der vier Auflagen (1907, 1908, 1909 und 1927) erlebte. Nur von Fachleuten beachtet ist seine vierfarbige Elmkarte (1:40ooo) aus dem Jahre 1925. In dem Werk "Vaterländische Geschichten und Denkwürdigkeiten der Lande Braunschweig und Hannover" (Herausgeber: Görges, Spehr & Fuhse, 1925) beschreibt Rich. Schmidt die Städte Schöppenstedt und Schöningen. Auch eine Genealogie des Adelsgeschlechtes derer von Cramm wurde von meinem Großvater recherchiert und veröffentlicht.

Die private Braunschweig-Schöninger-Eisenbahn (1890 - 1970) hat die Verdienste von Rich. Schmidt um die Erforschung und Erschließung des Elm in besonderer Weise gewürdigt, indem sie ihm eine lebenslange Fahrkarte überreichte.

Neben seiner Arbeit als Lehrer und Heimatforscher war Rich. Schmidt stets auch ehrenamtlich engagiert: In seinen Gemeinden ist er über Jahrzehnte als Standesbeamter nachzuweisen. (Der Autor ist im Besitz einer originalen Geburtsurkunde, in der Rich. Schmidt, als Standesbeamter, auf Anzeige seiner Frau Hedwig, die Geburt seines eigenen Sohnes beurkundet!)

Sogar als Imker war mein Großvater engagiert. Seine Erkenntnisse bei der Zucht und Haltung von Bienen fanden ihren Niederschlag in der Fachpresse.

Von Sampleben übersiedelte Rich. Schmidt im Jahr 1916 nach Rühme bei Braunschweig. Hier erblickt 1918 auch mein Vater Siegfried R. Schmidt als letztes Kind das Licht der Welt.

Neun Jahre später, im Alter von 55 Jahren, noch im Schuldienst, verstirbt Rich. Schmidt plötzlich und unerwartet, vermutlich an einem Herzversagen. Durch die Initiative von einem Kreis von Freunden und Verehrern wurde seine Urne im Wald am Südrand des Elm im Flustück Bosselhai unter einem großen Findling (Abb.2) beigesetzt. Auf diesem Stein stehen die schlichten Worte:

Richard Schmidt
1871 - 1927